Sexualität
Die befreiende Kraft in naher Begegnung
Sexualität kann Ekstase, Erfüllung, Lust, Glück und Freude sein, genauso Stress, Frust, Leiden, Zerstörung, Machtspiele oder Tabuisieren.
Was ist der Mensch in seiner Sexualität?
Aus Sicht der Emotionalen Evolution ist er ein Gefühlswesen als Ausdruck seiner inneren Sprache. Er ist ein Körperwesen als Spiegel des Jetzt. Zugleich ist der Mensch ein Energiewesen mit einer inneren Ordnung als Heimat seines Unterbewussten und seiner Reflexe. Hier ist auch die Basis aller Bedürfnisse und die seiner Bestimmung. Darin enthalten sind die stetige Veränderung und das Wachstum eines jeden Menschen auch in der Sexualität.
Diese drei Teile – Gefühle, Körper und innere Ordnung – sind das Fundament für das eigene Leben. Dies gilt auch für den Menschen in seiner Sexualität.
Unangenehmes in Bezug auf die Sexualität verlangt nach Aufmerksamkeit. Sind die dem Bewusstsein nicht zugänglichen Reflexe blockiert, hat dies Auswirkungen auf das Sexualverhalten. Wer sich in der eigenen Sexualität hingegen wohl fühlt, der kann sein Glück schrankenlos erweitern, indem er sein Wachstumspotenzial auslotet, vergrössert und entfaltet.
Zentral dafür ist, sich auf den jetzigen Moment einzulassen und sich stetig neuen Impulsen zu öffnen.
Wer immer in der Sexualität unangenehme Erfahrungen mit sich trägt oder mit herausfordernden Verhaltensmustern aus Generationen konfrontiert ist und wer in seiner eigenen Sexualität wachsen und sie vertiefen will, allen sei diese Broschüre ans Herz gelegt. Wir laden dich ein, die Kapitel sorgfältig in einem angemessenen Tempo, in Verbindung mit deinen Gefühlen und deinem Herzen zu lesen. Nimm dir Zeit für alle Themen, denn nur in der Ganzheit aller Informationen öffnet sich dir der umfassende Inhalt der Sexualitäts-Thematik aus unterbewusster Sicht.
Die Kraft der Sexualität kann von jedem Menschen für Veränderungen genutzt werden, um sich selber zu entfalten und sich und der Eigenliebe immer näher zu kommen.
Worte zu Beginn
In dieser Broschüre sprechen wir mündige, erwachsene Menschen an, welche bereit sind, ihre eigene Sexualität mit neuen Impulsen durch Einbezug des Unterbewussten zu ergänzen und damit das eigene Liebes-Leben zu erweitern. Es ist nicht die Absicht, Sexual-unterricht oder Ratschläge zu erteilen oder Anleitungen für die Gestaltung der Sexualität zu geben. Unser Anliegen ist es, Raum zu öffnen für das eigene Potenzial, für die eigene Verantwortung wie auch für das, was wir Liebe nennen.
Für Menschen mit Traumas und Problemen empfehlen wir die Begleitung durch therapeutische Fachkräfte.
Die Basis der Broschüre Sexualität
Die Sexualität aus der unterbewussten Denkweise betrachtet, zeigt ein völlig anderes Bild des menschlichen Verhaltens auf als das herkömmliche Verständnis in unserer Gesellschaft. Das Menschen-bild dieser Broschüre beruht auf jenem der Emotionalen Evolution. Die Broschüre: «Die Natur des Menschen» gibt ausführlich Hintergrundwissen, um das Potenzial des Menschen zu verstehen. Die Broschüre: «Lernen» zeigt auf, wie unsere drei Denkweisen voneinander getrennt oder miteinander verknüpft sind, wodurch sie ihre Wirkung im Alltag zeigen und das eigene Verhalten beeinflussen. Die Broschüre: «Gefühle» offenbart die Geheimnisse unserer Gefühle, welche gerade in der Sexualität einen wichtigen Beitrag zum Verstehen der Verhaltensmuster des Menschen einnehmen.
Alle Broschüren sind auf der Website www.emotionale-evolution.ch zum Lesen oder Ausdrucken veröffentlicht und deren Lektüre als Voraussetzung oder Ergänzung zu dieser Broschüre herzlich empfohlen.
Informationen für das eigene Wachstum
Für alle Beschreibungen in dieser Broschüre über die Sexualität ist uns daran gelegen, dass sich niemand angegriffen oder ungerecht behandelt, sich schuldig oder sich unter Druck fühlt. Es liegt uns fern, etwas zu werten oder zu beurteilen, etwas als richtig oder falsch hinzustellen. Vielmehr soll diese Broschüre für sich selber und/oder für Menschen in Beziehungen einen Anstoss geben, das Experimentierfeld der Sexualität auszuweiten und zu erforschen.
Stressabbau für Veränderung
Wie in allen Lebensbereichen hindert unterbewusster Stress – oft kumuliert über Generationen – auch in der Sexualität die eigene Entwicklung. Für nachhaltige Veränderung bewährt es sich, diesen unterbewussten Stress abzubauen. Hierzu gibt es zahlreiche Mittel und Methoden, welche in unserer Gesellschaft zur Verfügung stehen. In der Emotionalen Evolution bietet die Methode des Balancierens mit Einbezug des Unterbewussten eine wirksame Möglichkeit, um bei Stress in allen Situationen des Lebens eine Befreiung der Energien einzuleiten. Balancieren ermöglicht neue Voraussetzungen zum Weitergehen. Daraus erfolgt Wachstum, was zur Entfaltung der eigenen Sexualität führt.
Das Balancieren und sein Einbezug ins Sexualleben sei hier allen wärmstens ans Herz gelegt.
Sexualität: Meine Realität?
Polaritäten in der Sexualität
In unserem Alltag handeln wir auf Grund unseres bewussten Denkens meist eines nach dem andern ab, oft mit Vorstellungen verbunden. Dadurch steuern wir unsere Handlungen. Dieses Muster zeigt sich auch in der Sexualität.
Im Unterbewussten hingegen findet ein ständiges Schwingen zwischen den Polen statt. Polar bedeutet, dass das Unterbewusste in Gegensätzen von Licht und Schatten denkt und sich stets zum Ort des Potenzials bewegt. Dort sind die Veränderungsimpulse beheimatet. Dort genau kann sich der Mensch entfalten, gerade auch in der Sexualität. Dadurch bleibt er nicht in Wiederholungen hängen, sondern folgt dem Wachstum seiner eigenen Energie. Wir dürfen vertrauen, dass uns das Unterbewusste durch Wachstum in ganz neue Sphären führt und leitet.
Daher ist die Emotionale Evolution und diese Broschüre auf Polaritäten im Verhalten des Menschen aufgebaut. Die Integration der blockierten Teile wird den Menschen befreien.
Grundsätze bei den Übungen
In dieser Broschüre findest du eine Reihe von Übungen mit dir selber oder auch gemeinsam mit anderen Menschen. Diese Übungen sind eine Einladung an Personen, welche in ihrer eigenen Verantwortung handeln. Bei gemeinsamen Übungen sind gegenseitiges Einverständnis, Achtsamkeit, Offenheit und Ehrlichkeit Voraussetzung. In diesen Praxiserfahrungen darf im Jetzt etwas natürlich entstehen und dies dient immer als Ausgangspunkt für gemeinsames Wachstum.
Ein ruhiger, einladender, störungsfreier Ort und genügend Zeit fördern und ermöglichen neue Erfahrungen.
Wird im Verlaufe der Übung etwas unangenehm, dann gilt dies als Stopp für sich und alle Beteiligten. Solche Gefühle sind als Wichtigstes ernst zu nehmen, indem die entsprechende Situation kommuniziert und von Stress befreit wird, bevor die Übung allenfalls wieder aufgenommen wird. Eine nützliche Hilfe ist auch: Wenn sich eine Herausforderung zeigt, die Stirne mit einer Hand halten und bleiben, bis Veränderung eintritt.
Stressabbau z.B. mit Balancen oder Übungen aus der Emotionalen Evolution sind ein bewährtes Mittel für Entlastung in herausfordernden Situationen. Mehr dazu unter «Bewegungen» auf www.emotionale-evolution.ch.
1 Denken versus Reflex
Zum Einstieg ein paar Fragen:
- Erfolgen deine sexuellen Handlungen eher aus dem Reflex oder aus dem Denken?
- Entsprechen die Reflexe deiner sexuellen Handlungen eher Vorstellungen und/oder Wiederholungen oder bist du erstaunt, was deine Reflexe automatisch machen (indem sie etwas verhindern oder ermöglichen)?
- Wieviel Zeit pro Tag beschäftigst du dich in Gedanken mit der Sexualität (für oder gegen die Sexualität)?
Denken
In der Emotionalen Evolution kennen wir die zwei bewussten Denkweisen des Menschen: Denken findet entweder in der Vergangenheit (linke Gehirnhälfte: Erlebnisse, Wiederholungen, Funktionieren, Programme, Wertungen, Kontrolle etc.) statt oder das Denken ist eine Frage der Zukunft (rechte Gehirnhälfte: Vorstellungen, Träume, Pläne, Ideale, Wünsche, Willen, Macht etc.).
Ist die Sexualität ein Abbild von einer dieser bewussten Denkweisen, wiederholt der Mensch Erlebnisse aus der Vergangenheit oder er verwirklicht zukunftsorientiert seine Vorstellungen oder Pläne. Es können auch beide Mechanismen gleichzeitig aktiv sein. Der Mensch driftet ins Denken ab und ist mit seinen Gedanken beschäftigt. Die natürlichen Reflexe zum jetzigen Zeitpunkt werden ausgeschaltet, ignoriert oder übergangen, da Macht und Kontrolle die Erlebnisse steuern.
Reflex
Die Reflexe sind ein Ausdruck des jetzigen Momentes und ergeben sich aus der Situation. Egal in welche Richtung die Reflexe steuern, sie sind die Denkweise unseres Unterbewussten und haben zweierlei Tendenz:
- Blockierte Reflexe stoppen die Entwicklung über Abwehr- und Kompensationsmechanismen, führen ins Gewohnt- und Vertraute und in den Stillstand oder in den Stressaufbau.
- Befreite Reflexe unterstützen und öffnen das eigene Wachstum hin zur Entfaltung. In dieser Entfaltung stösst der Mensch automatisch auf weitere blockierte Reflexe, die auf ihre Befreiung warten.
Reflexe sind die Wegweiser für das eigene Potenzial der Ver-änderung. Diese Veränderung findet nicht im Denken statt, sondern über den Stressabbau in der Energie des Menschen.
Lebe ich in der Sexualität das, was sich jetzt in mir über meine Reflexe zeigt? Ist das der Ausdruck meines Ichs und bin ich daran, mich selber zu entfalten?
Übung
Interessiert dich dein Sexualverhalten in Bezug auf dein Denken und deine Reflexe? Dann nimm Stift und Papier und erstelle eine Tabelle mit zwei Spalten: Reflexe / Denken.
Frage dich, wann bewegst du dich in deiner Sexualität im Reflex, der spontan aus dem Moment entsteht?
Wann bist du im Denken?
Kannst du bestimmte Situationen zuordnen?
Wenn du diese Übung für dein eigenes Wachstum nutzen möchtest, versetze dich in diese Situationen. Halte die Stirnpunkte oder balanciere. Spürst du Veränderungen?
2 Kontrollieren versus Vertrauen
Kontrolle
Die Kontrolle bezieht sich auf die bereits erlebte Vergangenheit. Das, was bekannt ist, wird wie in einer Checkliste durchgegangen und wiederholt. Das zeigt sich in der Sexualität, wenn ich mich an Folgendem orientiere: Was will ich, was will ich nicht (mehr)? Was tut mir gut und was tut mir nicht (mehr) gut? Ich weiss was mir/uns gefällt und was nicht. Wertungen kommen ins Spiel. Es wird z.B. beurteilt, gemessen, analysiert, zensuriert und eingeordnet. Nur das Gewünschte wird repetiert. Diese Wiederholungen erschöpfen sich mit der Zeit. Vielleicht schleicht sich Langeweile, Genügsamkeit, Zweckdienlichkeit ein.
Die Kontrolle will alles gleich behalten. Die Natur hingegen ruft nach Wachstum und Veränderung.
Vertrauen
Vertrauen für etwas wird dann möglich, wenn sich energetisch etwas als Wahrheit bestätigt hat. Wer Vertrauen verlangt, ohne dass sich die Wahrheit auf dem Tisch zeigt, kann nur kontrollieren. Etwas anderes ist in der unterbewussten Energie des Menschen nicht möglich.
In der Sexualität sind die eigenen Gefühle die Wegweiser ins Wachstum. Nur was ich jetzt aktuell als Reflex in mir auf allen Ebenen spüre, ist mein Orientierungspunkt und meine einzige Sicherheit, die mir echtes Vertrauen gibt. Diese Gefühle kann ich in der Langsamkeit, in der Ruhe und in der Entspannung deutlich wahrnehmen. Sie ernst nehmen, sie ansprechen, für sie einzustehen, das gibt mir Sicherheit. Kann die Beziehung darauf eingehen und sich mit den Gefühlen weiterentwickeln? Dann ist Lernen, Entwicklung und Entspannung möglich.
Vertrauen in mein Eigenes, in mich als einzigartiges Wesen entsteht. Ich komme mir näher, auch durch meine Gefühle. Ich spüre klarer, welches meine nächsten Schritte sind. Und mit jedem Schritt wächst meine Selbstliebe und dadurch die Liebe zu allen Mitmenschen.
Bin ich mit all meinen Gefühlen verbunden und kann ich ihnen als Hinweise für mein Wachstum vertrauen?
Übung
Alleine: Berühre dich selber mit einer Hand oder beiden Händen – mit oder ohne Bekleidung. Experimentiere an verschiedenen Stellen deines Körpers und halte in Ruhe die Stelle. Fühle. Ist es angenehm? Unangenehm? Oder wird es mit der Zeit unangenehm? Bleibe in der Berührung. Nutze Stressabbau für dein Wachstum.
Zu zweit: Nimm die Hand oder die Hände deines Gegenübers und lege sie an eine Stelle deines Körpers. Bleibt in der Berührung.
Spüre in dich hinein. Sei in deiner Aufmerksamkeit ganz bei dir, jede Person bei sich. Wie fühlt es sich an? Ist der Kontakt in Entspannung möglich? Bist du ganz mit dir in Verbindung? Wie lange kannst du in der Berührung bleiben, bis es sich unangenehm anfühlt oder du abschweifst?
Wenn sich Stress zeigt, eine Pause einlegen, kommunizieren, die Stirne halten oder balancieren und versuchen, in der Berührung zu bleiben, bis sich Veränderung zeigt. Ein Heilungsprozess ist nur in gegenseitigem Vertrauen möglich.
3 Machen versus Erfahren
Machen hat immer etwas mit einem Plan zu tun, welcher als Grundlage für die Tätigkeit steht. «Erreichen» könnte ergänzend umschreiben, dass es beim Machen darum geht, dass am Ende etwas «erledigt» ist. Erfahren hingegen beinhaltet, dass immer offen ist, was und wie lange etwas geschehen kann.
Machen
Der Ausdruck «Liebe machen» ist verbreitet und suggeriert, dass Liebe machbar ist. Gemachte Liebe ist dem Willen untergeordnet. Durch das Machen wird die Macht des Menschen dazu gebraucht, um Liebe oder die Sexualität herzustellen. Der Mensch bewegt sich in Plänen wie z.B. ein sogenanntes Vorspiel ablaufen soll oder in Vorstellungen, wie z.B. dass der Orgasmus als Ziel erreicht werden muss, weil sonst kein echter Sex stattgefunden hat. Möglich ist auch, dass der Mensch in seinen Imaginationen lebt und sich fragt: Was ist machbar oder erfahrbar und was kommt nicht in Frage? Dabei orientiert er sich an Bekanntem, an Erwartungen und an Phantasien und will diese Vorstellungen erreichen. Das Machen entspricht nicht dem natürlichen Fluss des Menschen. Liebe kann nicht gemacht werden.
Erfahren
Erfahren bedeutet das, was energetisch entsteht. Geht der Mensch mit der Natur, dann wird er sich automatisch in seiner Entwicklung entfalten. Das, was er erfährt, ist seine Wahrheit, weil diese so gewachsen ist, unabhängig davon, wie sie sich zeigt. In der Sexualität bedeutet das, dass Menschen miteinander dem nachgehen, was gerade ist und wo die Beteiligten einen nächsten Lernschritt machen können, um weiter zu wachsen.
Kann ich mich offen auf das einlassen, was aus meiner Natur heraus entsteht und auf das, was ich wirklich erlebe? Bin ich bereit, meine Gefühle stetig zu integrieren, wenn Unangenehmes auftaucht, wenn sich eine Tendenz zu Tempo, zu Drive, zu «mehr», zum Machen zeigt, wenn sich Fluchtgefühle oder Schwitzen usw. erscheinen? Dieser achtsame Weg ist keine kurze Sache. In jeder Begegnung darf der Mensch darin weiterwachsen und Neues erleben.
Daraus kann sich die Natur öffnen und damit wird sich die eigene Entwicklung entfalten. Das Erfahren eröffnet neue Dimensionen, welche weiterführen als das, was bis jetzt gewesen ist. Wer seine Sexualität erleben und empfinden kann, wird neue Dimensionen seines Lebens erfahren.
Ist das, was ich jetzt erfahre etwas, das mich in meinem Leben an meiner Entwicklung teilhaben lässt?
Übung
Zu zweit:
A berührt B, achtsam, keine Bewegungen. Dies kann über Kleider oder auch auf der nackten Haut sein. Nur in der Berührung bleiben. Beide spüren. Gebt euch Zeit.
Kommuniziert beiderseitig ehrlich, was ihr fühlt, besonders dann, wenn es für eine Person unangenehm wird. Stets in der Entspannung bleiben, ev. Stressabbau mit einer Bewegung (z.B. Stirnpunkte), Balancen.
Experimentiert an verschiedenen Körperstellen, in der Nacktheit, im gleichzeitigen gegenseitigen Berühren.
4 Leiden versus Neues erleben
Leiden
Die Sexualität beinhaltet dann Leidensaspekte, wenn dem Menschen die eigenen Gefühle nicht als Fundament zur Verfügung stehen. Daraus folgt, dass der Mensch in einer Abhängigkeit ist und leidet, statt die eigene Entwicklung zu leben.
Leiden hat verschiedene Aspekte wie anpassen, unterordnen, dienen oder innerlich fliehen, nicht beteiligt sein oder innerlich kämpfen mit z.B. negativen Gedanken. Wenn ich in irgendeinem Bereich leide, dann fordern mich meine Gefühle auf, etwas zu verändern. Leiden ist der Alarm, jetzt aufzuwachen und nicht zu warten, bis etwas vorbei ist oder bis ich mehr und mehr abstumpfe. Leiden ist auch eine Aufforderung an mich selber, mich meiner eigenen Entwicklung zu widmen. Mit jeder Veränderung gebe ich meiner Bestimmung das Gewicht, das ich als Mensch verdiene. Jetzt ist es Zeit, für mich einzustehen.
Neues erleben
Erinnerst du dich an ein Erlebnis in deiner Sexualitäts-Geschichte, welches ganz besonders war, welches neue Gefühle ermöglichte? Dieses Erlebnis kann zum Fixpunkt werden: Diese Erfahrung war doch damals möglich, das soll sich wiederholen! Wer ein solches Erlebnis energetisch integriert (z.B. durch Balancen), wird immer wieder auf neue Erlebnisse stossen. So entstehen immer wieder neue Gefühlsempfindungen. Diese wiederum öffnen die Türe, weitere Schritte durch Stressabbau zu veranlassen.
Neue Gefühlempfindungen entstehen aus dem Jetzt. Dieses Erleben beflügelt den Menschen. Freude zeigt sich, weil ich gerade die Realität als Grundlage nehmen konnte, um Neues zu entdecken. Das ist eine Kraft, welche mein Leben und meine Sexualität dazu motiviert, mich weiter zu entfalten.
Bin ich offen, in meiner Sexualität etwas Neues zu lernen und mich dabei in echte Freude zu bringen?
Übung
Zu zweit, nackt oder leicht bekleidet:
Experimentiert in verschiedenen Positionen, in denen ihr aneinandergeschmiegt und bequem in Körperkontakt seid. Zum Beispiel Rücken an Rücken, in der Löffelstellung, in einer Umarmung etc. Vielleicht reicht zu Beginn schon ein seitliches Nebeneinander-liegen, um die Grenzen auszuloten.
Bleibt im reinen Fühlen. Was geschieht?
Versucht, die Dauer in den Positionen auszudehnen (Stressabbau) bis es zum Beispiel möglich wird, eine Nacht lang mit Wohlgefühl entspannt in gemeinsamem Körperkontakt zu verbringen.
5 Sensation versus Gefühlsfundament
Sensation
Wie kann ich die Sexualität zu einer Sensation machen, um möglichst schnell in den sogenannten Kontroll-Verlust, den Orgasmus zu gelangen? Für manche ist es auch der Nervenkitzel, möglichst lange an der Grenze zum Kontrollverlust zu verbleiben, bevor dann das Eintauchen in diesen orgiastischen Höhepunkt folgt und mir meine Empfindung danach eine Entspannung weismachen will. Sexualität in dieser Zielstrebigkeit wird zur starken Sensation und diese Sensation wird nach Zielen und Vorstellungen ausgeführt. Nichts entsteht wirklich spontan. Muster werden abgerufen. So strandet der Mensch in der Konsumhaltung und reiht damit Sensationen aneinander.
Sensation durch Steigerung der Lustempfindung ist ein Mittel, über die Sexualität eine vermeintliche Befriedigung zu erfahren. Mehr, schneller, intensiver, länger, tiefer etc. sind die Folgen und der Antrieb, um diese Grenzerfahrung auszudehnen in der Überzeugung, dass dort ein weiterer Kick stattfinden wird. Diese Sensationswelt ist gemacht, gepuscht, provoziert und erzeugt eine Desensibilisierung. Der Mensch sucht damit nach einer Intensivierung der Empfindungen, erreicht dadurch jedoch eine Verminderung seiner Sensibilität.
Gefühlsfundament
Das Fundament der Gefühle als tragende Substanz bietet echte Erlebnisse, die keine Grenzen kennen und sich stetig weiter entfalten. Wenn ich meinen eigenen Gefühlen nachgehe und diese sorgfältig von Stress befreie, werde ich immer weiter in diese feinen, leisen und subtilen Erlebnisse eintauchen. Pflege ich diese Empfindungen, wird es möglich, meine eigenen Gefühls-Schätze mehr und mehr zu entfalten. Denn die eigenen Gefühle zeigen mir den Weg in die Welt des Lebens. Sie sind der ständige Wegweiser in jeder Situation, um mein eigenes Leben zu bereichern. Die Gefühle als Sprache des Unterbewussten machen eine Verbindung zur körperlichen Ebene und lassen mich an der unterbewussten Energie-Ebene teilhaben. Dort gerade entfalten sie ihr Potenzial. Und nicht zuletzt wird die Gefühlsebene mit allen Feinheiten der Gefühle bereichert. Damit vertieft und verfeinert sich der eigene Gefühls- und Körperbezug. Insbesondere die Sexualität lebt von dieser Gefühlswelt. Ich erfahre ein immer sensibleres, vielfältigeres Körperempfinden, die Berührungen lösen in mir neue Gefühle aus. Diese Nähe wird mit der Zeit zur Quelle der Erfüllung. Die Ganzheitlichkeit dieser Gefühlswelt eröffnet sich mir immer mehr.
Bin ich mir mit meinem ganzen Körper, mit meinen Gefühlen, mit allem von mir jederzeit nahe?
Übung
Erforsche dein Verhalten in der Sexualität, wenn du in körperlicher Berührung und in Nähe mit dem Gegenüber bist. Kannst du mit dir und deinen Gefühlen in Verbindung sein und bleiben?
Gehe deinen Impulsen nach und prüfe, ob sie daraus entstehen, dass sich etwas Neues, Unbekanntes entwickeln kann.
Wenn du in körperliche Bewegung kommst, bleibst du deinen subtilen Empfindungen nahe? Führt dich ein Entfaltungsimpuls oder wird eine Tendenz zum Wiederholen von Bekanntem, Fahrt aufnehmen, zum Abschweifen ins Denken, beim Gegenüber sein etc. erkennbar?
Spüre dich immer wieder, so dass du dir in deinen Gefühlen nahe bist (ev. Stressabbau).
6 Wut versus Nähe
Wut
Die Wut zeigt sich über einen Angriffs-Reflex. Angriff heisst: Alles ist möglich. Es muss unbedingt etwas geschehen und Menschen sagen von sich, dass sie sich dann nicht mehr selber erkennen. Auf dieser Basis können Gewalt und sexuelle Übergriffe entstehen, wenn die entsprechenden Reize angesprochen sind.
Wut kann für den Menschen eine Motivation zur Sexualität sein. Verbindet sich Wut mit der Sexualität, dann wird eine Energie frei, welche aus der Sexualität einen Kampf macht. Das Ziel ist zu gewinnen. Meist ist dabei Kraft im Spiel, oft auch Manipulation. Wut und Kampf haben viele Gründe, z.B. wenn etwas nicht so abläuft, wie ich es will oder ich bin auf ein Ziel fokussiert, das ich erreichen will. Wut kann auch entstehen, wenn ich von aussen mit etwas konfrontiert bin, das mir nicht passt, das mich triggert, das mich zur Weissglut treibt, das mich nervt oder mich plötzlich von einem Moment auf den anderen explodieren lässt. Meine Reaktion richtet sich dann mehr oder weniger heftig nach aussen. In einer subtileren Form kann sich Wut auch in Schuld-Zuweisungen an andere zeigen.
Aus unterbewusster Sicht führt Wut in Beziehungen unweigerlich zu Distanz.
Nähe
Wenn wir mit der Nähe auf körperlicher Ebene experimentieren und sie auf die Sexualität beziehen, wird sie mindestens äusserlich zu Beginn ein angenehmes Gefühl sein. Dann wird es zu viel und die Herausforderungen beginnen: Ich habe zu wenig Luft, ein Körperteil schläft ein, die Position ist ungemütlich, ich beginne zu schwitzen, die andere Person ist mir zu nahe, ich brauche Distanz, ich schweife in Gedanken ab, etc. Solche und andere Reaktionen zeigen mir auf, dass die Nähe in mir eine Veränderung verursacht. Nähe verbunden mit der Zeitdauer wird für jeden Menschen zu einer Herausforderung und zeigt auf, dass sie für diese Zeitdauer noch nicht integriert ist (siehe Übung der Polarität 4 zu Erfahrungen mit der Nähe).
Was aus der befreiten Nähe resultiert, ist ein Geborgenheitsgefühl, im gemeinsamen Zusammensein stetig mehr in sich zu ruhen und sich zu nähren. Die Nähe kann ein natürliches Nahrungsgefühl sein, das mir in mir selber ein Fundament gibt, um aus meinen Gefühlen heraus mir zugehörig zu sein. Diese Nähe verändert in der Haltung und im Befinden auf körperlicher und emotionaler Ebene vieles, wenn sie energetisch möglich wird.
Kann ich mich so in mich hineinfallen lassen, dass meine Nähe auf allen Ebenen wächst?
Übung
Wenn es dir möglich ist, längere Phasen in Berührung und Nähe mit deinem Gegenüber zu bleiben und dich gut zu spüren, nimm neue Aspekte dazu:
- Kannst du gleichzeitig in dieser Nähe zu dir deinem Gegenüber in die Augen schauen? Wie lange?
- Experimentiere mit weiteren Sinnen: Riechen, Schmecken.
- Was geschieht in dir? Womit kommst du in Kontakt?
Balanciere oder halte die Stirne für Stressabbau. Entwickle und erfahre dadurch in der Nähe zu deinen Gefühlen eine Ausweitung.
7 Selbstzermürbung versus Entspannung
Selbstzermürbung
Unzufrieden in der Sexualität? Entspreche ich nicht meinen Vorstellungen oder nicht dem Trend? Vergleiche ich mich oder fühle ich mich einfach nicht wohl? Mache ich etwas falsch? So beginne ich mich zu zermürben und kritisiere an mir herum, wo ich denn ungenügend sein könnte. Die Gründe dafür sind mannigfaltig: Zu wenig sexy oder attraktiv, ich fühle mich unter gesellschaftlichem Druck, ich setze mich selber unter Druck oder unter Potenzdruck, ich passe nicht in ein Bild, das ich mir mache. Und natürlich die ständige Abwertung meiner Figur oder meines Verhaltens. Auch familiäres Erbe, kirchliche oder kulturelle Prägungen, Scham- und Schuld-Themen, ethische Bedenken, Klischees etc. prägen meine Reflexe. Gerade in der Sexualität hat jeder Mensch seine eigenen Wertvorstellungen in negative und positive Ausrichtungen. Damit beschränkt sich der Mensch selber.
Eine andere Form, wie sich die Zermürbung im Umgang mit diesen Themen zeigen kann, ist das Herunterspielen oder Verharmlosen.
Jede Art der Zermürbung zerstört die eigene Entwicklung und Entfaltung, was zu Anspannung führt.
Entspannung
Die eigene Entspannung auf allen Ebenen beinhaltet auch die eigene Begeisterung. Die Begeisterung für mich selber, dass ich selber verbunden bin mit all diesem Leben in mir und allen Möglichkeiten für meine Entwicklung und Entfaltung, verbunden auch mit meinem Körper und den Sexualorganen, verbunden mit allen Gefühlen, welche mit der Sexualität einherkommen. Darin erkenne ich meine natürliche Entspannung.
Entspannung ist nur möglich, wenn meine Energien so befreit sind, dass ich mich mit mir und in meinem Verhalten ganz in Ordnung fühle. Bringt mich eine Berührung aus dem Gleichgewicht? Entspricht eine Empfindung nicht meinem Bild? Produziert eine Nähe Stress in mir? Überrascht mich eine Bewegung? Kann ich erkennen, wo ich in meinem Körper verspannt bin und wo ich dadurch z.B. Schmerzen, Unwohlsein etc. kreiere? Hier ist Stressabbau gefragt und hier kann ich ansetzen, um mich immer mehr zu entspannen. Die eigene Entspannung ist ein tragender Teil für das Erleben in der Sexualität über die Gefühlswelt. Gehe ich meiner Entspannung nach, werde ich immer mehr mich selber sein, mich in meinen Handlungen in Ordnung fühlen und mich an mir begeistern.
Kann ich mich in dieser Situation entspannen, um den Zugang zu meinem ganzen Körper, zu meinen Gefühlen, zu allem in mir zu spüren?
Übung
Sei es alleine oder gemeinsam: Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper. Wo ist eine Anspannung, ein Schmerz, etwas Unangenehmes spürbar? Vielleicht entsteht eine Anspannung auch erst nach einer gewissen Zeit. Entspanne dich bewusst hinein. Ist Veränderung möglich? Nutze den eigenen Stressabbau.
Wenn du dich entspannt fühlst und auch Bewegungen aus einer Entspannung heraus entstehen, spüre den Variantenreichtum deiner Gefühle über deinen Körper. Findest du in dir die Begeisterung für dich und deine Natur, die dir eine Vielfalt an Empfindungen ermöglicht? Erfreue dich daran und widme dich regelmässig diesen Spuren deines Erlebens. Entfalte dich in deine Begeisterung für dich hinein.
8 Hass versus sich selbst lieben
Hass
Der Hass ist eine Flucht in mich hinein. Den Hass wende ich gegen etwas in mir, auch wenn ich ihn mit Worten nach aussen richten kann. Hass ist eine tiefe Abwehr gegen irgendetwas an mir selber. Wenn ich Widerstand gegen die Berührung an bestimmten Körperteilen in mir verspüre, dann wirkt dieser Widerstand als ständige Kontrolle in der Sexualität. Ich bin damit beschäftigt, dass diese Berührung nicht stattfindet.
Der Hass oder Widerstand kann eine aktive Art sein, mich gegen aussen zu wehren. Der passive Ausdruck des Widerstandes ist der Rückzug, welcher mich selber vom Leben und von dem, was ich hasse, fernhält.
Weniger offensichtlich ist es, wenn ich in meinem Unterbewussten ein bestimmtes Gefühl hasse. Ich produziere damit Widerstand gegen alle Gefühle in mir, denn die Gefühle sind weniger klar voneinander zu trennen als körperliche Themen wie z.B. Berührung oder Nähe. Was immer ich hasse, ich werde meine Energien dorthin fokussieren, um Widerstand zu leisten. Damit lebt der Mensch in der Sexualität meist eine Abwehr gegen sein Wachstum in die Eigenliebe.
Sich selbst lieben
mit Blick in die Vergangenheit: Sich selbst lieben heisst, sich in all seinen eigenen Teilen des Körpers, aller Gefühle und auch seines eigenen Mensch-Seins all dem zu widmen, was unangenehm ist, um es von Stress zu befreien und damit selber in der eigenen Energie zu erstrahlen.
Der Zukunftsbezug: Selbstliebe kann nicht gemacht werden. Sie entsteht, wenn ein Bedürfnis in seiner Offenheit gelebt wird. So erst kann mit der Zeit und mit dem Wachstumsprozess Liebe dazu entstehen. Die Selbstliebe begründet sich darauf, dass ich meine Bedürfnisse vorbehaltlos im Unangenehmen und Angenehmen lebe.
Die Gegenwart wird mich darauf hinweisen, dass ich jede erkennbare Bedingung in ein Potenzial verwandle. Bedingungen beinhalten Gefühle, welche in mir bis jetzt verborgen sind. Wenn ich mich den Blockaden in diesen Bedingungen widme, wächst meine Selbstliebe. Mich selbst lieben ist eine Bedingungslosigkeit gegenüber mir selber. Ist es möglich, diese zu öffnen, kommt die Energie in Fluss. Bedingungslose Selbstliebe ist das Fundament jeder Liebe.
Ist das, was ich gerade lebe und erlebe, meine bedingungsfreie Eigenliebe zu mir?
Übung
Wo merkst du in deiner Sexualität eine Ablehnung – auch wenn diese klein ist – deren Erforschung hilfreich sein kann und zu Stressabbau führen kann?
Gibt es irgendwo in deinen sexuellen Erfahrungen etwas, das dich auf einen Widerstand oder einen Rückzug bei dir selber aufmerksam macht?
Finde diesen Punkt in dir. Löse den entsprechenden Stress durch Übungen oder mit Balancieren. Befreite Erlebnisse aus der Vergangenheit tragen dazu bei, dich mehr und mehr anzunehmen und gleichzeitig deine Selbstliebe zu entfalten.
9 Panik versus Berührung
Panik
Durch körperliche Berührung und Nähe entstehen im Unterbewussten automatisch eine ganze Reihe von Gefühlen. Miteinander Lust zu empfinden, in Berührung zu sein und sich wohl zu fühlen kann mich innerhalb von kurzer Zeit in ein Verlangen stossen, dass ich mehr davon will. Hier verlasse ich die Gefühlsebene und schwenke zu meinem Willen. Dies allein kann bereits ein Zeichen sein, dass ich mich bezüglich Lust oder Berührung oder Nähe der unterbewussten Panik nähere. Dieser Wille wird sich weiter ausbreiten und daraus entsteht ein Ziel. Das wird meist so weit gehen, einen Orgasmus oder ein anderes Ziel anzustreben, um all dieser Lust, Berührung und Nähe ein Ende zu setzen. Panik ist eine Flucht und heisst: Ich muss das Geschehen sofort und auf jeden Fall verlassen oder beenden. Selbst wenn ich körperlich noch anwesend bin, bin ich in der Energie bereits weit weg.
Durch diesen Orgasmus habe ich meine Panik – welche sich nicht als äussere Panik zeigt – ausgelebt. So wiederholt sich dieses Prozedere immer wieder, bis es zur Repetition und damit zu einem fixen Verhaltensmuster geworden ist.
Berührung
Die Sexualität ist wohl das mit Gefühlen berührungsintensivste Geschehen zwischen Menschen und kann zu grossen Herausforderungen führen. Wie soll Sexualität stressfrei stattfinden, wenn Körperberührungen in kleinen Alltagssituationen nicht stressfrei möglich sind?
Die Sexualität ist sehr berührungsgebunden. Daher ist es elementar wichtig, dass jede Berührung von Stress befreit ist. Die Berührungen sind natürlicherweise nicht nur auf den Körper beschränkt. Jede körperliche Berührung kreiert Gefühle, welche im Unterbewussten eine Wirkung erzeugen. Sind diese Gefühle von Stress befreit, öffnen sie das Potenzial für neue Erfahrungen. Ist Berührung in und an allen Teilen meines Körpers für lange Zeit möglich? Fühle ich mich noch in allen Bereichen wohl? Sogar so wohl, dass mein Bedürfnis nach diesen eigenen Berührungen stetig wächst und es sich damit entwickeln und entfalten kann?
Berührung in allen Teilen von mir selbst ist eine wichtige Voraussetzung für eine lebendige Sexualität. Diese Gefühle werden zur Nahrung des Menschen und daraus werden Kräfte für das eigene Leben frei.
Bin ich mir so nahe, dass ich meiner eigenen Berührung nachfolgen kann, um sie zu vergrössern?
Übung
Bleibe mit einem Gegenüber in der Nähe und in der Berührung. Nimm dir dabei nichts vor, ausser so zu bleiben und zu erkennen, was da alles in dir mit der Zeit geschieht. Nichts aushalten, nicht Schmerzen erdulden, nicht unbequeme Stellungen ertragen, sondern bei jedem Anzeichen den entsprechenden Stress finden und lösen. Bleibe eine Nacht so und löse in jedem Moment alles, was dir unangenehm begegnet. Knüpfe an diesen Erfahrungen in weiteren Nächten stetig an.
10 Energetisch abgestellt versus erfüllt
Energetisch abgestellt
Energetisch abgestellt oder der sogenannte Tot-Stell-Reflex bedeutet warten, bis etwas vorbei ist, etwas durchstehen oder auch etwas abstellen wie z.B. die Gefühle oder den Körper. So meine ich in meiner Empfindung, besser mit einer Situation umgehen zu können. Dies kann sich passiv zeigen, indem ich bei dem mitmache, was das Gegenüber mir «diktiert». Ich funktioniere und repetiere. Aktiv zeigt sich dies in der Weise, dass ich ganz beim Gegenüber bin und mich völlig dort aufhalte, damit für das Gegenüber das Erlebnis möglichst passend wird. Oder es kommt bei mir selber – aus welchen Gründen auch immer – keine Lust und kein Verlangen nach irgendwelchen sexuellen Begegnungen auf. In einer Beziehung ergreife ich keine Initiative und ich wehre mich gegen alle Gelegenheiten, mich wirklich einzulassen.
Wichtig zu wissen ist dabei, dass ich im Unterbewussten nichts aktiv abstellen kann. Es entstehen stets Gefühle, welche dann unterdrückt, jedoch nicht ausgelöscht sind. Sie sind da. Und wenn diese Gefühle den Menschen in einem gewissen Masse besetzen und sich anhäufen, werden sie zu einem Trauma. Die Besetzung durch unverarbeitete Gefühle ist so gross, dass ein natürliches Handeln nicht mehr möglich ist. Das Erleben wird zum Durchstehen, Erdulden, Aushalten oder zu einer Schock-Starre. Es ist zu bedrohlich, im Körper präsent zu sein. So wird der ganze Körper zu einer Blockade. Verbindungen zum Bewusstsein fehlen. Der Mensch ist erstarrt und nicht mehr fähig zu handeln und auch nicht zu reagieren.
Ausweg daraus bietet die sorgfältige Aufarbeitung von vergangenen Ereignissen und auch von vererbten Mustern. Leben wird langsam wieder entstehen und Veränderungen werden möglich.
Erfüllt
Die Erfüllung beinhaltet drei Säulen von Bedürfnissen: Da ist die Freude als Veränderung und das stete Gefühl der Weiterentwicklung und Entfaltung – nicht durch Macht und Fantasie, sondern durch Abbau von Stress. Die zweite Säule ist die Berührung im Jetzt als Glück auf der emotionalen wie auch auf der körperlichen Ebene. Diese fühlt sich immer intensiver an – nicht durch Handlungen, sondern durch erlebte und von Stress befreite Erfahrungen. Die dritte Säule ist die Nähe zu all diesen Gefühlen als sogenannte Lust, welche immer weiter ausgedehnt werden kann, so dass diese Gefühle den Menschen immer mehr berühren. Tragen diese drei Säulen, beginnt eine Entfaltung hin zu einer Sicherheit und Heimat in den Gefühlen und damit entsteht ein Boden, auf dem Neues wächst: Das nennen wir Erfüllung. Sie ist die Basis für eine tragfähige Beziehung zu einem Gegenüber, die eine neue Voraussetzung für Bindung schafft und der Nährboden für die Liebesfähigkeit ist.
Führt mich das, was ich gerade erlebe, immer weiter in meine eigene Erfüllung?
Übung
Wenn du die Übungen aus den Polaritäten 1 bis 9 regelmässig praktizierst, bist du in deiner Sexualität in einem Wachstumsmodus, in welchem du immer wieder Veränderungen im Jetzt wahrnimmst. Dein Gefühls- und dein Körperbezug zeigen sich auf neue Art. Der Moment, der in der gemeinsamen Begegnung alles öffnet, ist entscheidend und lässt dich all das entdecken, was individuell in dir angelegt ist. Jeder Wachstumsschritt in deinen befreiten Reflexen wird dich erfüllen. Diese Erfüllung wie auch alle anderen Bedürfnisse sind nach oben offen, werden nie enden und in dir den Wunsch bestärken, stetig in dieser Wandel- und Wachstumsbewegung weiterzugehen.
Sexualität: Spiegel meines Alltages?
Themen der Sexualität aus unterbewusster sicht
Die Menschheitsfamilie
Wir Menschen sind komplexe Wesen. Über unseren Verstand erfassen wir nicht annähernd, was in unserer Energie wirkt. Aus Sicht der Emotionalen Evolution erkennen wir, dass unser Äusseres und unser Verhalten von unserer inneren Energie bestimmt wird. Was also im Unterbewussten des Menschen als Reflex beheimatet ist, wird sich im Verhalten nach aussen zeigen.
In unserer Gesellschaft kennen wir in der Sexualität Orientierungen als Frau – Mann oder als LGBTQIA+. Mit diesen Begriffen wird eingeordnet, klassifiziert, gemessen, beurteilt, oft auch verurteilt, diskriminiert, geächtet, verboten etc. Fokussieren wir uns hingegen auf die Energie des Menschen, dann sind wir alle gleichwertig in dieser Menschheitsfamilie. Das Ich oder die Anderen bedürfen keiner Deutung, Erklärung oder Interpretation.
Jeder Mensch steht im Moment mit seiner Energie da, wo und wie er sich jetzt gerade zeigt. Dies wird auch in der Sexualität deutlich. Wie sich der Mensch selbst empfindet und ob und zu wem er sich hingezogen fühlt, ist offen. Solange sich der Mensch als ein Veränderungswesen in einem Prozess befindet, in dem Stress jeglicher Art stetig abgebaut wird, öffnet sich ihm auch immer wieder ein neues Feld für Erfahrungen. Wohin das führt, ist weder machbar noch planbar. Folgt der Mensch der eigenen Wachstumsenergie, wird er immer wieder neue Facetten an sich kennenlernen und sich stetig näherkommen. Darin steckt das immense Potenzial, welches den Menschen in seine Entfaltung und in seine Selbstliebe führt.
Erotik
Sogenannt erotische Empfindungen kann der Mensch über gewisse Organe fühlen wie z.B. die Lippen, die Zunge, die Brustnippel, die Geschlechtsteile wie auch bei der Wahrnehmung von Körperformen, Bewegungen, Gesichtsausdrücken, Kleidern, der Nacktheit und anderem mehr.
Begegnen sich Menschen, kann eine Anziehung so stark wirken, dass sexuelle Reize spürbar sind. Diese Erotik kann etwas Natürliches sein oder auch etwas Blockiertes.
Wenn der Mensch erotische Gefühle empfindet, dann gibt ihm der Körper das Signal, diesen Gefühlen nachzugehen, um zu erkunden, in welche Richtung ihn das Wachstum bewegen möchte. Bleibt diese Erotik so stehen, wird sie immer wieder gleiche oder ähnliche Impulse senden. Vielleicht legt der Mensch dies dann unter «natürlich» ab, bleibt in der Wiederholung stecken und nutzt diese Anregungen nicht für das eigene Wachstum.
Veränderungen und Wachstumsschritte lassen den Menschen seine Begegnungen immer wieder neu erleben. Entwicklung ist auch in der Erotik angesagt. Was immer daraus wird, die Veränderungen aus den Begegnungen in der Erotik sind Chancen, die eigenen Bedürfnisse auszuweiten und den Informationen nachzugehen, welche sich in diesen Gefühlen zeigen.
Komfortzone
Wer hat es nicht gerne gediegen, bestens gewohnt und vertraut? Wenn der Mensch sein Nest hat, weiss, wohin er gehört, was sein eigen ist und wie er sein Leben gestaltet, dann weilt er in der Komfortzone. Was in diesem Gewohnt- und Vertrauten fehlt, ist die stetige Erneuerung und das Wachstum in seinem Innenleben.
Diese Komfortzone stellt sich vielleicht auch in der Sexualität ein. Die Beteiligten wissen, was sie lieben, was möglich ist und was nicht geht. Wiederholungen werden Alltag. Es können Abmachungen, Annahmen oder Abhängigkeiten mit hineinspielen. Die Sexualität wird zur Gewohnheit. Das Machen verunmöglicht neue Erfahrungen auf Gefühlsebene. Das „so brauche ich es“ oder «nur so ist es gut für mich» wird zur Regel. All das fühlt sich in der Empfindung eher angenehm an.
Solche Gepflogenheiten sind jedoch voller unterbewusstem Stress. Dieser will gelöst werden. Durch stetigen Stressabbau wird sich ganz automatisch das sexuelle Verhalten Schritt für Schritt verändern. Es eröffnen sich neue Gefühlszugänge. Diese ergeben neue Voraussetzungen für das nächste Erlebnis, für die nächste Begegnung, in der die Sexualität eine Rolle spielt. Die Sexualität wird lebendig. Sie entsteht immer wieder neu aus dem Moment und entfaltet sich weiter.
Opfer – Täter
Dieses Thema birgt Zündstoff. Trotzdem wagen wir es, eine Sichtweise einzubringen, welche auf dem Blickwinkel des Unterbewussten basiert.
In der unterbewussten Energie gibt es keine Schuldigen, kein Richtig oder Falsch und deshalb keine Täter und Opfer. Eine Begegnung zwischen Menschen ist immer ein Zusammenwirken und dadurch stellt sich immer die zentrale Frage: Was ist mein Anteil in diesem Ereignis und wo kann ich in mir etwas verändern?
Es geht hier nicht um die Bewertung oder Verharmlosung von Geschehnissen wie Gewalt oder sexuelle Übergriffe, häusliche Gewalt, Missbrauch und anderes mehr. Wir sind uns der Tragweite solcher traumatischen Erlebnisse bewusst. Deren Ahndung ist eine wichtige Aufgabe über die Rechtsprechung. Unser Anliegen hier ist, Lösungsmöglichkeiten über die unterbewusste Energie aufzuzeigen.
Übergriffige Taten sind dann möglich, wenn energetische Abhängigkeiten und Blockaden bei allen Beteiligten bestehen. Gerade in der Sexualität können sie sich verstärkt zeigen und fatale Folgen haben. Es geht deshalb darum, das eigene Verhalten energetisch zu durchleuchten und den unterbewussten Stress konsequent zu lösen. Gelingt dies Schritt für Schritt, können wir alle, auch sogenannte Täter und Opfer, hilfreiche Lösungen hin zur eigenen Veränderung finden. In dieser Bewegung werden neue Voraussetzungen für die eigene Zukunft und das eigene Leben geschaffen.
Selbstbefriedigung
Die Sexualität kann aus der Optik des Ich’s oder des Du’s betrachtet werden. Ist meine Sexualität ich- oder du-gerichtet? Was ist mir wichtiger, das Du oder das Ich? Beide Ausprägungen deuten auf Blockierungen hin.
Du-Bezogenheit bedeutet, dass mindestens zwei Menschen in Begegnung sind. Das Du steht im Mittelpunkt und alles dreht sich darum. Das Gegenüber bestimmt das Geschehen und das Ich wird zum Zudienenden. Wenn es nur um das Du geht, dann ist das Du alleine im Geschehen. Das Ich tritt in den Hintergrund und verkümmert.
Ich-Bezogenheit heisst, dass Statisten mit dabei sind, welche sich unterordnen. Grundsätzlich ist die Ich-Bezogenheit eine Sexualität mit sich selber, vielleicht im Gebrauch von anderen für seine Zwecke. Wesentlich daran ist, dass ich mit mir alleine die Sexualität lebe. Ich greife zum Zweck eines Orgasmus oder einer Entspannung zu einer Sexualität mit mir selber. Diese Form kann über Selbstbefriedigung stattfinden. Auch sexuelle Erlebnisse in Beziehungen können in die Ich-Bezogenheit eingeteilt werden. Ob der Mensch die Sexualität alleine für sich lebt oder andere für seine Absichten benutzt und einsetzt, spielt energetisch keine Rolle. Die Haltung der Ich-Bezogenheit des Menschen ist darin entscheidend.
Selbstbefriedigung ist wie ein Ich-Mittelpunkt, um den sich alles dreht. Ich befriedige mich selbst und werde damit zum Zentrum meiner Umgebung. Auch wenn die Selbstbefriedigung vordergründig einer Entspannung gleichkommt, ist es in der Energie die Förderung eines Gefühlszustandes, welcher nicht zur Veränderung genutzt wird sondern die eigenen Muster wiederholt.
Die Ich-Bezogenheit mit ihren zugrunde liegenden Blockierungen wird auch überall dort zum Thema, wo Macht und Gewalt, Manipulation und Absichten enthalten sind, z.B. auch im Sexgewerbe. Missbrauch, sexuelle Übergriffe, häusliche oder allgemein Gewalt usw. deuten auf Ich-Bezogenheit hin und werden bei jedem weiteren Erleben die bereits vorhandenen Blockierungen und Verhalten verstärken. Der Mensch landet in der Sackgasse.
In der Ich-Bezogenheit zeigen sich auch eine ganze Reihe von Abhängigkeiten, Süchten und Zwangsverhalten, welche sich durch Wiederholungen stetig vertiefen. Darüber mehr im nächsten Kapitel.
Die oben beschriebene Ich-Bezogenheit unterscheidet sich von der natürlichen Ich-Zentriertheit, welche durch die eigene Selbstliebe gelebt wird. Die Selbstliebe ist eine natürliche Form des Ichs. Das Ich steht auch hier im Zentrum. Dies zeigt sich jedoch dadurch, dass das eigene Wachstum im Mittelpunkt steht. Der Moment wird für die eigene Entwicklung und Entfaltung genutzt. Die eigenen sowie die Impulse von aussen fliessen mit ein und werden für das eigene wie das gemeinsame Weiterkommen genutzt und sind damit ein Gewinn für sich und alle Beteiligten.
Sucht in der Sexualität
Abhängigkeiten, Süchte und Zwangsverhalten machen auch vor der Sexualität keinen Halt. Sie sind eine offensichtliche Alarmbotschaft des Körpers an den Menschen, sein Verhalten zu verändern. Gerade in der Sexualität zeigt sich das sehr deutlich.
In unserer Gesellschaft verstärken Scham-, Tabu- und Schuldthemen in der Sexualität die Not der Menschen. Verhaltensweisen wie stereotype Handlungen, Suchen nach Stimuli, Unersättlichkeit, Ruhelosigkeit, Okkupation, Anmache, Neigungen zu Masochismus und Sadismus, Abstinenz oder Ignoranz etc. sind Zeichen, welche nach Aufmerksamkeit und Veränderung rufen.
Wenden wir uns der vermeintlichen Sex-Sucht zu: Diese Art von Sucht ist zwar in der Empfindung zutreffend, jedoch aus unterbewusster Sicht nicht real. Was darin weit verbreitet ist, ist die Sucht nach Zerstörung der eigenen Gefühle. Sexualität erzeugt eine Menge an Gefühlen. Die Zielorientierung in der Sexualität, wie sie in unserer Gesellschaft weite Verbreitung kennt, ist wohl eines der typischsten Zeichen für die Vernichtung der aufkommenden Gefühle. Mit dem sogenannten Orgasmus kann der Mensch seiner Gefühls-Flut ein Ende bereiten (mehr darüber im Kapitel Orgasmus) und sich damit für eine gewisse Zeit wieder anderen Dingen zuwenden. Dies dauert so lange, bis die Gefühle wieder ein bestimmtes Mass erreicht haben. Dann wiederholt sich der Mechanismus, um diese Gefühle erneut durch einen Orgasmus als Entladung zu unterdrücken.
Die einen Menschen machen das mit sich selber aus, indem sie die Sexualität als Masturbation leben. Andere benutzen ein Gegenüber als Hilfe oder als Lust-Quelle, um sich zu befriedigen (siehe Kapitel Selbstbefriedigung). Hierzu gehören auch die ganzen Bereiche der Pornografie und der Prostitution.
Die Spannung des Menschen mit seinen Gefühlen treibt ihn in Abhängigkeiten, Süchte, Zwänge oder Not-Handlungen, ohne dass er dabei letztlich den Frieden mit seinen Gefühlen findet. Friede kann gefunden werden, wenn die Gefühlsregungen echt im Menschen eine Integration finden. Damit kann sich der Mensch in seiner Sexualität weiter entwickeln, um mit der Zeit Erfüllung und den Boden für die Eigenliebe zu entdecken.
Organbeziehungen
Gefühle sind die Sprache des Unterbewussten und damit der eigenen inneren Ordnung. Die bestimmten Gefühle wie Freude, Glück, Lust etc., welche in der Emotionalen Evolution für die Sprache des Unterbewussten verwendet werden, haben auch eine Beziehung zu verschiedenen Organen. Hier erklären wir in Bezug auf die Sexualität, welche Gefühle mit welchen Organen verbunden sind:
Die Freude ist dem Organ Herz zugeordnet. Das Herz schlägt immer und schon mein ganzes Leben lang. Es gilt in der unterbewussten Sprache als Tor für den Zugang zu den Gefühlen. Freude heisst, dass Neues im Jetzt möglich ist und somit stellen sich Veränderungen ein. Das Herz ist auch mit der Liebe verbunden. Die Qualität dafür ist die Bedingungslosigkeit mir gegenüber. Das Resultat daraus ist die Selbstliebe. Mein Herz ist mit dieser Selbstliebe verbunden und bringt die Weisheit mit, Veränderungen in meinem Leben sicher einzuleiten und zu bekräftigen.
Das Glück findet sich bei der Frau in den Eierstöcken und beim Mann in den Hoden. Glück übersetzt heisst das, was gerade jetzt ist. Die Eierstöcke und die Hoden sind die Verbindung zu allem Leben, das im Moment stattfindet. Sie sorgen dafür, dass das Leben nicht aufhört, sondern sich in seiner Vielfalt weiterentwickelt. Der Selbsterhaltungstrieb über Generationen hat in den Eierstöcken und den Hoden einen Bezug und öffnet die ganze Reproduktionsfähigkeit im Ermöglichen von neuem Leben.
Die Lust als Nähe zu den Gefühlen zeigt sich bei der Frau über die Klitoris und beim Mann über die Peniseichel. Als weiteres Lustorgan seien hier die Brustnippel und bei der Frau die Vulva erwähnt. Das sind besonders empfindsam Organe, die mit einer riesigen Anzahl von Nervenendungen ausgestattet sind. Diese Organe verkörpern das Lustprinzip des Menschen durch intensive Gefühle. Sie tragen ihren Teil dazu bei, dass sich einerseits das Bedürfnis nach Sexualität im Menschen vergrössert oder dass sich Abwehr gegen die Berührung dieser Organe zeigt.
Die Erfüllung entspricht bei der Frau der Vagina und beim Mann dem ganzen Penis. Diese Organe sind das Kernstück bezüglich der Penetration. Hier zeigen sich die Erfüllungsgefühle, welche – ob unangenehm oder angenehm – für die weitere Entwicklung der Sexualität wichtig sind. Erfüllung wird daraus zum tragenden Element für die Beziehungen im Leben und in der Sexualität. Darin liegt ein riesiges Potenzial an neuen Möglichkeiten für das Wachsen der Liebe zwischen Menschen.
Die Ekstase hat eine Beziehung zu allen Gefühlen unserer eigenen inneren Ordnung. Egal ob Frau oder Mann, hier macht sich ein Gefühl breit, das ein Fundament für jegliches Leben des Menschen tagein tagaus entstehen lässt und sich weiter entfaltet. Ekstase ist nicht ein spezifischer Moment, der mit Machen erreicht wird. Es ist ein zeitlich ausgedehntes Getragen-Sein, das entsteht, wenn die Natur mit ihren befreiten Reflexen den eigenen Raum beansprucht, um das Erlebte in der Sexualität im Alltag permanent spürbar weiter zu empfinden (finde mehr dazu im Kapitel Ekstase).
Beschneidungen
Es ist hier weder die Absicht, Beschneidungen zu kommentieren oder zu bewerten, noch geht es darum, Kulturen, Religionen, Hygiene oder Überzeugungen zu hinterfragen. Es sind Überlegungen aus der unterbewussten Sprache des Menschen, die aus der Energie hervorgehen.
Die bekanntesten Beschneidungen beim weiblichen Wesen betreffen die Entfernung der Klitoris und von Vulva-Teilen, die Beschneidung beim männlichen Wesen betrifft die Vorhaut des Penis.
Beschneidungen sind ein Eingriff gegen die Natur und verursachen damit eine lokal gespeicherte Stressansammlung. Allein dieser Stress bewirkt bereits eine Desensibilisierung.
Gehen wir davon aus, dass die Klitoris wie die Penis-Eichel dem Gefühl der Lust zugeordnet sind, dann lässt sich auf der Energie-Ebene schliessen, dass Lust durch Beschneidungen reduziert oder verunmöglicht wird.
Sind die Klitoris und Teile der Vulva entfernt, dann fehlen Verbindungen zu Nervenendungen bezüglich der körperlichen Berührung, so dass das Gefühl der Lust und damit die Nähe zu allen Gefühlen verringert ist. Ähnliches gilt für den Mann. Zudem kann, wenn die Eichel mit Kleidern stetig in Berührung ist, die Sensibilität der Eichel abnehmen, was die Empfindsamkeit vermindert.
Fehlt der Zugang zu diesen Lust-Gefühlen, so kann es sein, dass Frau und Mann andere Mittel suchen und brauchen, um einen Ersatz für diese Lust zu finden. Dies kann sich z.B. über vermehrte Reibung, Stosskraft, Schnelligkeit, Dauerbelastung usw. im direkten sexuellen Kontakt zeigen. Solche Praxis führt tendenziell zu Abstumpfung und damit zu Desensibilisierung auf körperlicher Ebene und zu Kompensationsverhalten wie z.B. sich beim Gegenüber aufhalten statt bei sich, Bewertungen und Abwertungen, Schuldzuweisungen, Erwartungen oder Wiederholen von eingefahrenen Mustern bis hin zur Vermeidung der Sexualität, gerade bei Schmerzen.
Durch jede Beschneidung entsteht bewusster und unterbewusster Stress. Sowohl dieser Stress wie auch dessen Folgen wie Schmerzen, Verhinderungsmechanismen, Kontrolle etc. können individuell aufgearbeitet und reduziert werden. Die Natur unterstützt im Stressabbau den Heilungsprozess und kennt einzigartige Wege, um Veränderungen zu initiieren. Der Mensch wird darin sein individuelles Leben und seine Empfindungen entfalten, damit das eigene ungeahnte Potenzial zum Tragen kommt und Neues möglich wird.
Orgasmus
Umgangssprachlich ist das Wort Orgasmus in unserem Kulturkreis meist mit dem Höhepunkt in der Sexualität gleichgesetzt. Der Orgasmus beinhaltet herbeigeführte ekstatische Gefühle. Eine Steigerung von Reizimpulsen führt dazu, dass der Orgasmus (und eine Ejakulation) ausgelöst wird und dieser Höhepunkt dann meist den Abschluss des Liebes-Spiels bewirkt.
Das energetische Bild dieses Liebes-Spieles aus unterbewusster Sicht ist ähnlich dem bewusst Empfundenen. Die Begegnung des Menschen in der Sexualität löst Gefühle aus wie Freude, Glück, Lust, Erfüllung und Anreize über den Körper wie Bewegung, Berührung, Nähe und Erregung. Das alles geschieht im Jetzt, beinhaltet die Ich’s und ist ein Ausdruck des eigenen Lebens. In der Kumulation dieser und weiterer Bedürfnisse des Menschen wird das Ausmass der Wirkung der Sexualität sichtbar. Diese Anhäufung der eigenen Bedürfnisse verstärkt die Natur des Menschen als ein Wachstums- und Veränderungswesen und konfrontiert gleichzeitig jeden Menschen mit seinen Herausforderungen.
Zeigen sich in diesen Bedürfnissen energetische Blockaden, Traumas und andere vergangene, energetisch unverarbeitete Erlebnisse, dann wird das Unterbewusste automatisch in einen Alarm-Modus umschalten und die Reflexe beschleunigen, um diesem «Liebes-Spiel» ein Ende zu bereiten. Eine Zerstörung der Bedürfnisse wird provoziert. Dieser Prozess ist nicht aufzuhalten und erreicht seinen Höhepunkt im Orgasmus. Mit diesen intensiv empfundenen und starken Gefühlen inklusive Kontrollverlust werden die sexuellen Handlungen abgeschlossen.
Kann ein wundervoll empfundener Orgasmus mit einer Zerstörung einhergehen? Dass diese Empfindungen oft ein Zunichtemachen der eigenen Bedürfnisse beinhaltet, kann man unter anderem daran erkennen, dass sich bald nach dem Orgasmus Impulse einstellen, die nach Schlafen, Plaudern, Essen, einer Zigarette oder Gefühle der Leere, der Schlappheit etc. rufen. Es ist etwas beendet und man geht in etwas anderes über, vielleicht auch in eine baldige Wiederholung, die in einem erneuten Orgasmus gipfelt.
Das Potenzial eines jeden Menschen ist, die eigenen Bedürfnisse auszuweiten. In diesem Modus zeigt sich die Sexualität im leisen, subtilen Spüren des jetzigen Momentes ohne Hochs und Tiefs. Entwickelt und entfaltet sich der Mensch darin, so entsteht eine erweiterte Vielfalt an Gefühlen. Diese rufen nach Aufmerksamkeit. Werden diese Gefühle sorgfältig integriert, entfaltet und von Stress befreit, erlebt der Mensch ein Aufblühen seiner Möglichkeiten.
Wohlgemerkt, das sind die unterbewussten Informationen des Menschen. Im bewussten Denken werden viele Menschen beteuern, dass sie mit diesen Bedürfnissen in ihrer Sexualität keine Probleme haben. Wer jedoch ab und an einen Störfaktor oder eine Unstimmigkeit in sich findet, kann jederzeit für sich eine Türe öffnen.
Jeder Mensch verfügt über nicht gelöste Herausforderungen in der Sexualität. Die eigenen Bedürfnisse darin zu entfalten ist ein Wachstumsprozess, von dem Menschen in der sexuellen Begegnung ein Leben lang gewinnen können. Denn auch in der Sexualität gilt ein stetiges Verbunden-Sein mit allen eigenen Bedürfnissen, um diese in jedem Moment – auch mitten in der Sexualität – zu befreien.
Sexualität isoliert betrachtet gibt es aus unterbewusster Sicht nicht. Die Sexualität ist ein Ausdruck der energetisch befreiten oder noch blockierten Bedürfnisse. Wächst der Mensch in seiner Sexualität, wird sich auch in seinem Alltag etwas verändern. Jedes Potenzial, das der Mensch in seinem Alltagsleben befreit, wirkt sich auch auf die Sexualität aus.
Ekstase
Wenn sich der Mensch von der zielorientierten Sexualität verabschiedet und wenn er sich vom Machen in der Sexualität entfernt, seine Überlebens- und Kompensationsmechanismen stetig löst und auch seine Abhängigkeiten und Absichten verändert hat, dann ist der Weg offen für die Sexualität, welche zur Ekstase führt. Der Mensch spürt sich selbst im ganzen Körper. Jede Berührung ist eine Stimulation für die Gefühle. Die Nähe wird Bestandteil seiner selbst. Die Erregung und Begeisterung wachsen permanent. Die echten Bedürfnisse finden ihren Platz in der Entfaltung.
Pflegen zwei Menschen die Sexualität in Verbindung mit den eigenen Bedürfnissen, wird der Wunsch nach Vereinigung, nach Kontakt des Penis in der Vagina, nach Penetration entstehen. Ist der Penis eingeführt, erfolgt ein ruhendes Ineinander. Sowohl beim Mann wie auch bei der Frau entwickeln sich irgendwann innere Regungen, Schwingungen, Impulse, die aus dem natürlichen Reflex entstehen, nicht gemacht, nicht über Reibung, sondern natürlich gelebt. Dies kann genauso im Wachzustand wie auch während des Schlafens Realität werden.
Die Vagina und der Muttermund wie auch der Penis und die Eichel werden eigenständig in ihrem Rhythmus Bewegungsimpulse geben. Wenn sich diese beiden Bewegungen finden, wenn sie miteinander schwingen, dann beginnt das Fest der Liebe. Der Körper, die Gefühle, die Energie führen in die Erfüllung. Diese Erfüllung wird sich weiter entwickeln, so dass diese Feier weitergeht, sich entfaltet, bis daraus mit der Zeit eine dauerhafte Ekstase erwächst.
Dieses Ekstase-Gefühl ist etwas Stetes, Tragendes, Verbundenes und ist nach der Nacht nicht vorbei. Vielmehr wird dieses Getragen sein am Tag in den Tätigkeiten des Menschen stets präsent sein. Die Ekstase begleitet den Menschen körperlich, mental und auch emotional. Der Tag wird zur Nacht, die Nacht wird zum Tag. Das aus der Nacht erlebte Fest, welches den ganzen Tag angehalten hat, kann in der kommenden Nacht weitergehen.
Die Annahme, dass sich dieses Ekstase-Gefühl permanent über Wochen fortsetzen wird, ist trügerisch. Die Natur drängt den Menschen dazu, sich immer weiter zu entfalten. So werden sich immer Momente und Phasen ergeben, in denen das Miteinander herausfordernd ist und die Beteiligten an ihre Grenzen stossen. In diesem Prozess mit Vertrauen weiterzugehen und hilfreiche Mittel zu nutzen, um Veränderungen einzuleiten, wird die Ekstase vertiefen.
Zurück zu den Nächten: Im regelmässigen Praktizieren der körperlichen Nähe eines Paares wird die Natur irgendwann einen Fortpflanzungsimpuls geben. Wenn sich Frau und Mann wie erwähnt dem entspannten Verbunden-Sein des Penis in der Vagina hingeben, entsteht diese Kommunikation zwischen Vagina/Muttermund und Penis/Eichel. Das Fest der Liebe erfolgt. Im Verlaufe dieses natürlichen Entfaltens kann beim Mann eine Ejakulation stattfinden. Diese Ejakulation entsteht aus der gegenseitigen Stimulation und ist nicht herbeigeführt. Ist bei der Frau eine Eizelle zur Befruchtung bereit, so kann daraus ein Kind erwachsen. Die Zeugung neuen Lebens entsteht aus dem Moment und ist ein Entscheid der Natur in der Begegnung zweier Menschen.
Diese Form der Hingabe in der Sexualität vertieft die bedingungsfreie Liebe zu sich selber, zum Gegenüber, zum Miteinander und öffnet den Zugang zum Geheimnis des Lebens. In sich selber dieses Wunder der Natur zu finden und in Verbindung mit der unermesslichen Schöpfung zu sein, ist ein Geschenk, deren Würdigung und Ehrung den Menschen zutiefst berührt. Wohlwissend, dass er dieses Mysterium und dessen Potenzial wohl nie als Gesamtes erfasst.
Sexualität als Kraft
Die Sexualität im Sinne der Fortpflanzung ist bei allen Lebewesen eine innewohnende Kraft für das Weiterbestehen ihrer Gattungen. Auch im Menschen wirkt diese Kraft und fliesst in sein Menschsein hinein. Im Sinne der Energie spricht diese Fortpflanzungskraft alle Bedürfnisse des Menschen direkt an, auch wenn dies nicht immer offensichtlich ist. Dementsprechend sind das Wachstum und die Entwicklung des Menschen eine grosse Herausforderung und eine grosse Chance. Die Sexualität ist wohl der ganzheitlichste Aspekt im Menschen, da der Mensch darin mit all seinen Blockaden, all seinem Potenzial und all seinen Bedürfnissen intensivst angesprochen ist.
Wer sich in diese tief konfrontierende Kraft des Menschen begibt und Schicht um Schicht an Blockaden abbaut, Stress reduziert und sich in diesem Prozess stetig weiterbewegt, wird belohnt. Was anfangs gerade in Nächten der permanenten Nähe und Berührung auf allen Ebenen zu Unruhe und Unterbrüchen im Schlaf führt, wird sich ändern. Dieser nahe nächtliche Kontakt zwischen Menschen erhält die Facette des Nährens. Je mehr sich dieses Nähren entfalten kann, umso mehr bekommen Nächte einen Aspekt von Eigenheilung. Im engen, entspannten, steten Zusammensein entfaltet sich die Natur mit ihrer ursprünglichen Kraft. Der Mensch wacht morgens gestärkt, mit sich verbunden, in wachsender Eigenliebe auf und kommt seiner Ganzheit immer näher.
In Beziehungen wächst dadurch die Liebe, die sich im Gegensatz zur gängigen Praxis in unserer Gesellschaft auch durch unabhängige Eigenständigkeit zeigt. In Krisensituationen werden Paare entdecken, dass entspannte, ruhig gehaltene Nähe in einer Umarmung oder während einer Nacht ein heilsames Mittel für die eigene Entfaltung und das gemeinsame Miteinander bietet.
Sexualität im Verlaufe eines Menschenlebens
Die gelebte Sexualität steht am Anfang jedes Menschenlebens. Nur durch sie entsteht neues Leben.
Eine der ersten Fragen vor, während und nach der Geburt ist sexueller Natur: Ist es ein Mädchen oder ein Knabe oder hat es ein nicht eindeutiges Geschlecht? Damit rückt dieses Thema schon früh ins Zentrum und wird den Menschen mit weiteren Aspekten wie dem sozialen Geschlecht oder der sexuellen Identifikation durchs Leben begleiten.
Das Kind geht darin in den ersten Lebensjahren einfach seinem Gwunder nach: Wie sieht das körperlich bei mir und bei anderen aus? Oft ist damit die Frage gestillt. Aus Impulsen heraus erforscht das Kind seinen eigenen Körper wie auch jenen in Begegnungen. Im Verlaufe der Jahre formen Erziehung, persönliche Erfahrungen und übernommene Muster aus Generationen das Kind und legen in ihm die Grundlagen für sein Verhalten in der Sexualität.
In der Pubertät, angestossen durch viele körperliche Prozesse, erwacht die Sexualität und überflutet die jungen Menschen mit einer Kraft, die für sie völlig ungewohnt ist. Es wird ausprobiert, erfahren, gelebt und entfaltet wie auch vermieden, wiederholt, verpflichtet und kontrolliert. Mit der Zeit bilden sich daraus Verhaltensmuster in der Sexualität. Diese entwickeln sich im Zusammenspiel zwischen der energetischen Ausstattung des jungen Menschen (fliessende und blockierte Energie) und der erlebten Realität.
Im Erwachsenalter erfährt die Sexualität eine Art Höhepunkt. Wie in den vorangegangenen Seiten der Broschüre beschrieben entwickelt und entfaltet sie sich mit dem eigenen Wachsen durch Stressabbau in gwundrige Höhen oder der Mensch steckt in Gewohnt- und Vertrautem fest.
Die Jahre des Generationenwechsels konfrontieren den Menschen erneut mit Herausforderungen (Alterungsprozesse, Menopause, Sinnfragen etc.). Die Natur ruft nochmals deutlich zum Aufwachen, um die Chancen für Veränderungen zu nutzen und Wachstum zum eigenen Prinzip zu machen.
In fortschreitendem Alter kommen eigene Blockierungen, welche der Mensch im Leben mit sich herumgetragen hat, mehr und mehr zum Tragen. Vielleicht haben sich in der Sexualität körperliche Symptome wie mangelnde Erregung oder Lust, beim Mann eine Impotenz oder bei der Frau Scheidentrockenheit oder andere Anzeichen entwickelt. Krankheiten bezüglich der „Sexualorgane“ können ebenso Ausdruck der Vergangenheit oder Hinweise auf ungelebte Aspekte des eigenen Lebens wie auch familiäre Muster sein. Ob dies z.B. Brust- und Gebärmutterkrebs bei der Frau oder Prostata- und Hodenkrebs beim Mann sind, diese Erscheinungsformen sind immer auch ein Spiegel der eigenen Sexualität. Durch das Befreien der in Blockaden gebundenen Energie wird viel Veränderung und Heilung möglich.
Ist das Wachstum in der Sexualität bis ins hohe Alter Teil des Lebens, wird sie sich nährend und erfüllend auf den Menschen auswirken.
Die Sexualität spielt im ganzen Lebensbogen des Menschen eine Rolle. Dies kann sich offensichtlich zeigen oder eher im Verborgenen. Jeder Hinweis dient dazu, sich damit auseinanderzusetzen und einen Weg zu finden, dem eigenen Wachstum Aufmerksamkeit zu schenken.
Sexualtät: mein Wachstum
Schlussworte
Wie fühlst du dich im Kontakt mit den Informationen über die Sexualität aus unterbewusster Sicht?
Was hat dich berührt, provoziert, aufgerüttelt, beruhigt?
Hat deine Sichtweise über die Sexualität des Menschen neue Blickwinkel erhalten?
Wo hattest du Impulse, Neues mit dir zu erfahren?
Das hier Beschriebene erfordert nicht ein neues Tätigsein oder eine Aktivität. Es ist eine Haltung des Menschen in sich selber und damit automatisch eine Haltung zu allen anderen Menschen. Was immer du experimentierst, um neue Erfahrungen zu machen, verlangsame darin dein Tempo, um dabei neues Lernen zu ermöglichen und neues Verhalten zu integrieren. Die Befreiung der blockierten Sexualität wird in dir das Gefühl von Frieden verstärken. Dieser Friede wird sich vergrössern und in deine Umgebung ausstrahlen.
Sexualtät: Potenzial im Überfluss?
Ein herzliches Danke
Vor der Veröffentlichung dieser Texte durften wir die Rückmeldungen der Begleiter:innen Carlina Lieberherr, Hansueli Windlin, Marianne Fischer und Yolanda Heusser einholen. Für ihr wertvolles Feedback, welches in den Inhalt mit eingeflossen ist, danken wir hier von Herzen!
Der Entstehungsprozess der Sexualität-Broschüre war und ist an das gemeinsame Forschen von uns beiden, Colette und Bernhard, geknüpft. So wird sie sich durch unser Wachstum weiter verändern. Wir freuen uns sehr, wenn die Broschüre bei dir Inspiration auslöst. Magst du mit deinen Inputs und Erfahrungen mit uns in Kontakt kommen? Sehr gerne lassen wir mit dir zusammenfliessen, was auf Veröffentlichung wartet.
In herzlicher Verbundenheit
Colette Schwegler und Bernhard Studer